Start
Übersicht nach Anlagen
Rödermark, 14 m²
Live Rödermark
Maßnahmenpaket
Handwerker
Delitzsch, 19 m²
Würselen, 19 m²
Seligenstadt, 22 m²
Mainaschaff, 23 m²
Fichtelgebirge, 23 m²
Dresden, 24 m²
Niederzier, 24 m²
Bremen, 25 m²
Marl, 25 m²
Woltersdorf, 27 m²
Hillerse, 28 m²
Brilon, 32 m²
Ermengerst, 38 m²
Bermsgrün, 39 m²
Osterode, 43 m²
Sontra, 48 m²
Haslach, 52 m²
Holzhausen, 52 m²

 

Maßnahmenpaket

Der Einbau einer thermischen Solaranlage war nur eine von mehreren Maßnahmen, die 2005 durchgeführt wurden. Diese Maßnahmen werden im Folgenden kurz beschrieben.

Zustand vor der wärmetechnischen Sanierung

Das Haus wurde 1950 mit nur 60 m² Wohnfläche gebaut, 1984 von den Vorbesitzern mit einem Anbau nach vorne und von uns 1999 mit einem weiteren Anbau nach hinten erweitert. Der 99er-Anbau entspricht der damals gültigen Wärmeschutzverordnung, die Wände sind mit 6 cm PS und das Dach mit 12 cm PU in Aufsparrenbauweise gedämmt. Der Rest des Hauses war ungedämmt.

Der 99er-Anbau hat Holzfenster mit einem U-Wert von 1,1, die restlichen Fenster sind hauptsächlich Kunststofffenster aus 1984 mit einem U-Wert von ca. 3. Im Wohnbereich gab es zwei undichte, einfache Rolladenkästen, im Treppenhaus Glasbausteine.

Das gesamte Ensemble ist durch die Anbauten nicht gerade kompakt, es gibt viele Außenwände, -decken und -böden, wodurch überdurchschnittlich hohe Wärmeverluste entstehen.

Die Heizung ist eine Ölheizung, Viessmann Vitola-biferral, Niedertemperaturkessel mit 70 Litern Inhalt und großzügigen 21 kW. Der Heizkreis wurde ohne Mischer direkt aus dem Kessel versorgt. Bei Minusgraden im Winter lief der Kessel im 5-Minuten-Takt: 5 Minuten an, 5 Minuten aus usw. Die Ölverbräuche lagen zwischen 2.400 und 2.650 Litern pro Jahr.

Die Warmwasserbereitung erfolgte dezentral mit Strom. Verbrauch etwa 3.000 kWh pro Jahr.

Erste Maßnahme: Die Beratung

Im Herbst 2004 haben wir eine "Energiesparberatung vor Ort" durchführen lassen. Diese Beratung, die für vor 1984 gebaute Häuser damals nur 222 Euro Eigenanteil kostete (mittlerweile andere Kosten), können wir unbedingt empfehlen. Das Ergebnis ist ein umfangreicher Bericht über die Ist-Situation des Hauses sowie Empfehlungen zu Energiesparmaßnahmen. Man erhält einen guten Überblick über die möglichen Einsparungen für jede Maßnahme getrennt sowie über die Kosten. Als Nebeneffekt habe ich dabei noch einiges gelernt. Die ausführende Architektin hat uns freundlicherweise ihre Excel-Tabelle überlassen, so dass ich selbst Berechnungen mit abweichenden Parametern (z.B. Dämmstärken) vornehmen konnte.

Maßnahmen am Gebäude

Bereits im Herbst 2003 wurde beim 84er-Anbau eine Sanierung des Flachdachs erforderlich. Dabei wurde die vorhandene Dämmung von 10 cm Styropor um weitere 6 cm PU aufgestockt.

2005 wurden folgende Maßnahmen durchgeführt:

Die Glasbausteine wurden durch ein Fenster ersetzt. Die Fenster im Wohnbereich (die mit den zugigen Rolladenkästen) wurden ausgetauscht, die Rolladenkästen geschlossen und Vorbaurolläden montiert. Bei allen anderen Fenstern wurden auf Anraten des Fensterbauers nur die Scheiben getauscht. In allen Fällen wurden Scheiben mit einem U-Wert von 1,0 verbaut. Die Haustür (führt von außen direkt ins Haus, ohne Flur und Windfang) wurde gegen eine dichtere und gut gedämmte getauscht.

Das Haupthaus und der 84er-Anbau erhielten einen Vollwärmeschutz aus 8 cm Styropor bzw. Mineralwolle (WLG 035). Diese 8 cm reduzieren den U-Wert der Wände von etwa 1,35 auf 0,33. Eine höhere Dämmstärke wäre nur mit weiteren Umbauten (Dachüberstände etc) möglich gewesen, hätte aber im Verhältnis nicht mehr so viel gebracht.

Maßnahmen an der Heizung

Mit dem Einbau der Solaranlage wurde auf eine zentrale Warmwasserversorgung umgestellt. Die WW-Versorgung erfolgt, wie bei BUSO üblich, über eine "Frischwasserstation" mit Wärmetauscher, wodurch niedrige WW-Temperaturen ohne Verkeimungsgefahr möglich sind.

Der Solarspeicher konnte aus Platzgründen nur 600 Liter groß werden. Für 14 m² Kollektoren schien dies zwar knapp, im Nachhinein jedoch stellte sich dies bisher als unproblematisch heraus.

Der Heizkreis wird jetzt aus dem Speicher versorgt (also keine Rücklaufanhebung) und hat einen Mischer erhalten. Die Viessmann-Trimatic-Steuerung des Ölbrenners wurde übergangen, der Brenner wird von der BUSO-Steuerung (UVR1611) gesteuert, wodurch das Gesamtsystem einfacher optimiert werden kann. Die Mindestlaufzeit des Brenners wurde auf 15 Minuten eingestellt, wodurch ein ineffizientes Takten vermieden wird.

Ein Datenlogger zeichnet ständig alle Messwerte und Zustände der Anlage auf. Erst damit wurden weitere Optimierungen erst möglich.

Prognostizierte Einsparungen

Der bisherige Verbrauch in kWh liegt bei:

Öl

24.000 - 26.500 kWh

Strom

3.000 kWh

Theoretische Einsparungen/Erträge:

Außenwanddämmung

8.000 kWh

Fenster

2.000 kWh

Solarertrag

5.000 kWh

Summe

15.000 kWh

Theoretisch sollte der Wärmebedarf der laufenden Saison zwischen 12.000 und 14.500 kWh, also ca. 1.200 und 1.450 Litern Heizöl liegen. Durch die längeren Brennerlaufzeiten der Heizung im Pufferbetrieb könnten sogar noch weitere Einsparungen möglich sein.

Was tatsächlich eingespart wurde, erfahren Sie hier.